Feuer und Flamme – Warum feiern wir Pfingsten?

Feuerflammen als Symbol für Pfingsten

Apostelgeschichte 2,1-4 · LUT Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle beieinander an einem Ort. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt und wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen zu reden eingab.

Aus einer kleinen Gruppe einfacher, verängstigter Gläubiger des ersten Jahrhunderts n. Chr. wird eine kraftvolle weltweite Bewegung und schließlich sogar die heute größte Weltreligion. Ausgangspunkt dieser Entwicklung ist ein Fest, das wir heute noch feiern: Pfingsten.

Damals wurde eine besondere Kraft von Gott ausgeteilt (die so genannte Zungenrede; siehe Was ist die „Zungenrede“?), die Menschen zu Großem befähigt und verändert hat. Was ist damals genau geschehen? Und kann man diese Erfahrung heute auch noch machen?

Was geschah damals?

Kurz nach Jesu Kreuzigung, Auferstehung und Himmelfahrt, feierten Juden in Jerusalem das sogenannte Wochenfest (Schawuot). Dieses Fest war eines von drei Pilgerfesten im israelitischen Jahreskalender. Man feierte an diesem Termin Erntedank und gedachte des Empfangs der Zehn Gebote viele Jahrhunderte zuvor. Viele Menschen aus aller Herren Länder wanderten zu diesem Termin in die Stadt Jerusalem und zum Tempel.

Vorhersage Jesu

Jesus sagte voraus, sie würden „Kraft aus der Höhe“ empfangen.

Auch die Jünger Jesu waren miteinander versammelt. Jesus hatte ihnen geboten, dass sie in Jerusalem bleiben sollten, bis sie „Kraft aus der Höhe“ empfangen würden (Lukas 24,49). Genau das geschah zu Pfingsten: Der Heilige Geist sichtbar auf die versammelten Christen herab. Sie wurden vom Heiligen Geist erfüllt und erhielten die Gabe, mutig in anderen Sprachen zu predigen (Apostelgeschichte 2,1-4).

Initialzündung für die Ausbreitung des Christentums

Petrus und andere Jünger predigten zu Pfingsten im Tempel. Sie sprachen begeistert und überzeugend über Jesus Christus und über seine Bedeutung für den christlichen Glauben. Dabei erlebten sie, wie sie von Menschen aus allen Nationen und Völkern verstanden wurden. Jeder hörte das Wort Gottes in seiner Sprache oder seinem Dialekt!

Hier kannst du mehr über das Pfingsterlebnis von Petrus erfahren: Pfingsten: Wie aus einem Feigling ein Furchtloser wurde

Dieses Pfingstwunder erregte viel Aufmerksamkeit und war die Initialzündung für die weitere Ausbreitung des christlichen Glaubens. Für viele ist Pfingsten deshalb auch die Geburtsstunde der christlichen Gemeinde.

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Wer ist der Heilige Geist?

Während die meisten Menschen mit Gott, dem himmlischen Vater und dem Sohn Jesus Christus etwas anfangen können, gibt es beim Heiligen Geist oft Verständnisprobleme. Kein Wunder, denn womit soll man ihn vergleichen? Ist er eine Naturgewalt wie die Elektrizität oder eine Person?

Hier hilft uns die Beschreibung der Bibel weiter: Der Heilige Geist kann reden, jemanden zu einer Aufgabe berufen, er hat einen Willen und Emotionen (Johannes 16,13.14; Apostelgeschichte 5,3.4; 13,2; 1. Korinther 12,11; Epheser 4,30). In solchen Texten wird klar: Der Heilige Geist ist die dritte Person der Gottheit und Teil des Trios „Vater, Sohn und Heiliger Geist“ (Matthäus 28,19; 2. Korinther 13,13).

Hier erfährst du noch mehr über den Heiligen Geist: Ist der Heilige Geist eine Person?.

Wer empfängt den Heiligen Geist?

Der Heilige Geist wird im Alten Testament bereits erwähnt. Dort werden primär Leitungspersonen von ihm erfüllt, also Propheten, Älteste, Richter, Könige oder Priester (z. B. 4. Mose 11,16.25; 27,18; Richter 13,25; 1. Samuel 10,1.6; Jesaja 63,11 u. v. m.). Eine allgemeine Ausgießung des Heiligen Geistes wurde erst für die Zukunft versprochen (Joel 3,1-2).

Zu Pfingsten wurde der Geist plötzlich allen geschenkt, die Jesus als ihren Herrn angenommen hatten. Gott unterstrich hier auf übernatürliche Weise, wer zu ihm gehört und dass das Evangelium zu allen Nationen gebracht werden sollte (1. Petrus 2,9.10).

Warum ist der Heilige Geist wichtig?

Stellvertreter

Der Heilige Geist sollte das Werk Jesu auf der Erde fortführen.

Der Heilige Geist kam in seiner Fülle genau dann zu den Christen, als Jesus in den Himmel aufgefahren war. Jesus hatte ihn auch als seinen „Stellvertreter“ angekündigt – manche übersetzen dieses Wort auch als „Tröster“. Der Heilige Geist sollte das Werk Jesu auf der Erde fortführen und Menschen lehren, damit sie Gott erkennen und sich bekehren (Johannes 14,16; 16,12.13).

Der Heilige Geist erfüllt die Menschen nicht nur mit Kraft, sondern teilt auch Gaben aus, die für die Verbreitung des Evangeliums nötig sind, z. B. dass jemand in anderen Sprachen reden kann , die er oder sie nicht gelernt hat, Kranke heilen kann, vollmächtig lehren kann (1. Korinther 12,8-10). Einige dieser Gaben sind eindeutig übernatürlich, andere überschneiden sich mit „normalen“ Talenten, z. B. dass jemand gut helfen, dienen oder etwas leiten kann (Römer 12,6-8).

Alle Gaben sind aber gleich viel wert und jeder Mensch bekommt andere Gaben, weil der Geist souverän darüber bestimmt. Das Wichtigste ist, dass alle einander mit ihren Gaben ergänzen und gegenseitig aufbauen (1. Korinther 12,4-7.11).

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Reich beschenkt

Neben den Geistesgaben gibt es auch noch die sogenannte „Frucht des Geistes“ (Galater 5,22-23a). Wer vom Heiligen Geist erfüllt wird, erlebt ein Wachstum in neun christlichen Tugenden: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung. Wer wünscht sich das nicht?

Die Gaben und die Frucht des Heiligen Geistes sind ein guter Grund, um auch heute noch um den Heiligen Geist zu bitten. Christen erwarten außerdem, dass am Ende der Zeit noch einmal ein neues Pfingsten stattfindet. Was bei den Aposteln damals als „Frühregen“ kam, soll zur Ernte (bevor die Menschen für Gott „eingesammelt“ werden) am Ende noch einmal als „Spätregen“ ausgegossen werden. Der Heilige Geist soll die Gläubigen dabei anleiten, die gute Nachricht der Erlösung noch einmal mit besonderer Vollmacht auf der ganzen Welt zu verbreiten.

Bitte um den Heiligen Geist

Jesus spricht davon, dass Gott uns den Heiligen Geist gerne gibt, wenn wir ihn darum bitten (Lukas 11,13).

Der Heilige Geist kann an allen Menschen wirken, auch an Ungläubigen. Er ist nämlich derjenige, der sie auf ihre Erlösungsbedürftigkeit und Jesus aufmerksam machen möchte (Johannes 16,8-11). Noch viel mehr wirkt er aber an denen, die sich ihm ganz zur Verfügung stellen (Apostelgeschichte 5,32).

In besonderer Weise ist der Heilige Geist bei der Taufe versprochen versprochen – bei der Glaubenstaufe einer mündigen Person (siehe Welche Bedeutung hat die Taufe?). Wer sich öffentlich in der Taufe zu Jesus bekennt, darf wissen, dass er auch den Heiligen Geist empfängt (Apostelgeschichte 2,38; Johannes 3,5).

Dieser Empfang des Heiligen Geistes muss sich nicht in einem besonderen Gefühl oder in übernatürlichen Erscheinungen äußern, sondern kann zunächst auch ganz unscheinbar sein. Deshalb soll auch niemand verunsichert sein. Wer sich zu Jesus bekennt, an dem hat der Heilige Geist gewirkt und wird es auch weiterhin tun (1. Korinther 12,3).

Wann feiert man Pfingsten?

Genau wie das Wochenfest am 50. Tag nach dem Passah begangen wurde, ist Pfingstsonntag der 50. Tag nach Ostern. Das griechische Wort für „fünfzig“ heißt pentekoste. In vielen Sprachen geht das Wort für Pfingsten darauf zurück, z. B. das englische „Pentecost“.

Pfingsten kann zwischen dem 10. Mai und dem 13. Juni stattfinden, je nachdem, wann Ostern liegt. In Österreich, Deutschland und Teilen der Schweiz ist neben dem Pfingstsonntag auch der Pfingstmontag ein gesetzlicher Feiertag.

Fazit

Zu Pfingsten gedenken Christen der Ausgießung des Heiligen Geistes und der Ausbreitung des christlichen Glaubens. Das Fest macht außerdem auf den Heiligen Geist aufmerksam, die dritte Person der Gottheit. Dieser Geist stattet die Menschen mit Mut und mit Gaben aus, damit sie die gute Nachricht von Jesus besser bekanntmachen können.

Zum Nachdenken

  • Wo in meinem Leben hat der Heilige Geist schon an mir gewirkt und Interesse für Gott geweckt?
  • In welchen Bereichen meines Lebens wünsche ich mir das Wirken des Heiligen Geistes?
  • Was hindert mich daran, Gott um den Heiligen Geist zu bitten?

Mein Gebet

Herr, ich danke dir dafür, dass du deinen Heiligen Geist zu uns Menschen geschickt hast. Ich brauche in meinem Leben Mut und Kraft, deshalb möchte ich mich für dich öffnen. Bitte rüste mich mit deinem Heiligen Geist aus und hilf mir, dich dadurch noch besser kennen zu lernen. Amen!


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