Wie kann ich im Glauben wachsen?

Johannes 15,5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun · Luther

Die Glaubensflamme brennt

Wenn ein Schneidbrenner angezündet wird, flackert die Flamme zuerst groß und hell. Doch so kann man mit ihr nicht arbeiten. Der Schneidbrenner muss erst richtig eingestellt werden, bis die Flamme klein, bläulich und beständig ist. Dann durchschneidet sie sogar Stahl.

Wenn man Christ geworden ist, flackert die Begeisterung meistens genauso groß auf, aber es fehlt oft eine Beständigkeit im Glauben, die sich nicht durch Alltagsprobleme oder Schicksalsschläge auslöschen lässt. Wie ein Schneidbrenner brauchen wir Christen die „richtige Einstellung“.

Einstellungsänderung

Am Anfang des Glaubenslebens steht etwas, was wir „Buße“ nennen. Unter „Büßen“ verstehen die meisten Menschen für eine Schuld zu leiden. Aber das ist ein unbiblisches Konzept. Für unsere Schuld hat Christus gelitten. Die Strafe lag auf ihm (Jesaja 53,4.5). Wir leiden nur noch unter den Folgen unserer Schuld, aber sie ist durch Jesus vergeben. Buße heißt in Wirklichkeit Sinnesänderung. Gott bittet uns also: „Ändere deinen Sinn – ändere deine Einstellung.“

Diese Einstellungsänderung beschränkt sich nicht allein auf den ersten Schritt zum Glauben. Sie ist vielmehr ein lebenslanger Prozess. Immer wieder müssen wir unsere Einstellung am Wort Gottes überprüfen und sie gegebenenfalls korrigieren – und zwar unsere Einstellung gegenüber Gott, unseren Mitmenschen, uns selbst oder dem Leben an sich. Gerade wenn negative Gedanken sich in uns breit machen wollen und unsere Freude zu ersticken droht, ist es notwendig, unsere Einstellung zu überprüfen.

Beständiges Wachstum

Wechseln wir das Bild: Man wird nicht als erwachsener Christ wiedergeboren, sondern ist am Anfang ein „Kleinkind“ im Glauben. Wodurch wachsen Kinder? Wie können sie groß und stark werden? Sicherlich nicht dadurch, dass sie sich anstrengen, größer zu werden. Stattdessen gibt es einige Voraussetzungen für ihr Wachstum und ihre gesunde Entwicklung.

Bedingungen

Wer im Glauben wachsen will, muss die Wachstumsbedingungen einhalten.

Ähnlich verhält es sich auch beim Wachstum im Glauben. Wir müssen die Voraussetzungen für das geistliche Wachstum einhalten, die wir in der Bibel finden. Es geht letztlich darum, immer mit Gott in Verbindung zu bleiben und von ihm Kraft zu empfangen (Johannes 15,5).

Wachstumsfaktoren

  • Beten (1. Thessalonicher 5,17). Man kann es mit dem Atmen vergleichen. Wer aufhört zu beten, wird bald seine Kraft verlieren und geistlich zugrunde gehen.
  • Lesen der Bibel (Matthäus 4,4). Man kann es mit dem Essen vergleichen. Wer nicht mehr in der Bibel liest, wird allmählich geistlich verhungern. Manche schleppen sich auch mit Not-Rationen durchs Leben, die sie aus der Predigt im wöchentlichen Gottesdienst mitnehmen. Starke Christen werden sie damit kaum werden.
  • Vertrauen (Psalm 37,5-7). Man kann es mit der Ruhe vergleichen. Wer sich nicht mehr vertrauensvoll Gott ausliefern und ruhig auf seine Hilfe warten kann, verfällt nicht nur geistlicher Hektik, sondern wird eines Tages auch ausgebrannt sein.
  • Ausleben des Erkannten (Römer 12,11; Jakobus 1,22). Man kann es mit der Bewegung vergleichen. Wer biblische Wahrheiten nicht in seinem Leben umsetzt, wird geistlich schwächer werden, wie jemand, der sich körperlich nicht bewegt. Deshalb wird ihm oft die Kraft für die Bewältigung des Alltags oder für die Lösung von Glaubensproblemen fehlen.
  • Gemeinschaft mit anderen Christen (Hebräer 10,24.25; 1. Korinther 12,13). Man kann sie mit der Familie vergleichen. Wir brauchen Unterstützung und Austausch, damit unser Glaube gesund bleibt. Christsein ist nicht für Einzelkämpfer gedacht, sondern Gott möchte, dass wir ihm gemeinsam nachfolgen.

Das sind die Voraussetzungen für ein gesundes Wachstum, denen wir folgen müssen, wenn unser Glaube stark werden soll. Natürlich werden wir nicht unangefochten durchs Leben gehen. Auch erfahrene Christen haben Momente, in denen sie schwach werden. Aber dafür steht Christus ein. Er ist für unsere Sünden und Schwachheiten gestorben. Nicht nur unsere Vergangenheit steht unter der Vergebung und Gnade Gottes, sondern unser ganzes Leben.

Fazit

Ein Christ soll sich im Glauben immer weiter entwickeln und wachsen. Unsere Beziehung zu Gott muss gepflegt werden. Wichtige Faktoren für unser Wachstum sind Gebet, Bibellesen, Vertrauen, Ausleben des Erkannten und Gemeinschaft mit anderen Christen.


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Alternative Formulierungen der Frage

  • Wie kann ich im Glauben weiterkommen?
  • Wie geschieht geistliches Wachstum?
  • Wie kann ich geistlich wachsen?
  • Wie kann Glaube wachsen?
  • Wodurch wird mein Glaube gefördert?
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