Warum hat Gott Satan nicht nach der Kreuzigung Jesu vernichtet?

Am Kreuz von Golgatha hat Gott gezeigt, dass er gerecht handeln und gleichzeitig gnädig sein kann.

Die Frage, warum Gott Satan nach der Kreuzigung seines Sohnes nicht sofort vernichtet hat, obwohl dieser nun seinen wahren Charakter gezeigt hatte, wird in der Bibel nicht eindeutig beantwortet. Die folgenden Gedanken bieten aber eine mögliche Erklärung:

Gottes Liebe und Gerechtigkeit infrage gestellt

Satan wird in der Bibel als Verkläger/Ankläger der Menschen dargestellt. Offenbar wies er Gott immer wieder darauf hin, dass die Menschen unwürdig seien, erlöst zu werden (Sacharja 3,1.2; Offenbarung 12,10; Hiob 1). Gott selbst hatte ja erklärt, dass Sünde zum Tod führt. Sünde ist die Trennung von Gott, der allein Leben gibt (Römer 6,23). Als die Menschen sich von Gott loslösten und den Lügen Satans vertrauten, schlugen sie einen Weg des Todes ein. Warum sollte es also möglich sein, sie dennoch zu erlösen?

Gott ist die Liebe und will die in Sünde gefallenen Menschen erretten. Aber wenn er das tut und ihnen „einfach so“ vergibt, hebt er dann nicht seine Grundsätze und Gebote auf? Würde dann nicht auch die Sünde ewig fortleben? Und müsste er dann nicht auch Satan und seine Dämonen begnadigen, um fair zu sein? Gott wurde hier in ein Dilemma gestellt, bei dem es letztlich um seinen Charakter geht: Ist er ein guter Gott, gerecht und liebevoll, oder ein willkürlicher Tyrann?

Gott handelt transparent

Es waren wohl solche Gedankengänge, die Satan vorbrachte, durch die er Gottes Charakter wiederholt in Zweifel zog und schon vor Beginn der Menschheitsgeschichte ein Drittel der Engel auf seine Seite brachte (Offenbarung 12,4). Anstatt dass Gott der Rebellion sofort ein Ende machte, bevor ihre „Früchte“ reifen konnten, setzte er aber auf Transparenz. Alle seine Geschöpfe sollten an seinem Handeln erkennen, wie er wirklich ist. Gleichzeitig sollten die Folgen offenbar werden, die die Abkehr von Gott hatte. Diese Welt ist deshalb ein „Schauspiel“ (1. Korinther 4,9) für andere Welten, hier wird Gottes gerechtes und liebevolles Handeln offenbar, aber auch das volle Ausmaß der Sünde.

Gottes Liebe gerechtfertigt

Am Kreuz von Golgatha zeigte Gott, dass Satan Unrecht hatte. Jesus, der Schöpfer, übernahm selbst Verantwortung für die Sünde seiner Geschöpfe. Damit konnte er die Menschen freisprechen, denn ihre Schuld war beglichen. Diese Lösung zeigte, dass Gott gerecht handeln und gleichzeitig gnädig sein kann. Und sie zeigte die Liebe Gottes. Wer die Todesstrafe freiwillig für einen anderen auf sich nimmt – der vielleicht sogar noch sein Feind ist (1. Johannes 4,10; Römer 5,10) – muss ihn tatsächlich lieben.

sowohl als auch

Gottes Liebe darf nicht gegen seine Gerechtigkeit ausgespielt werden – er hat aber einen Weg gefunden, wie beide miteinander vereint werden können.

Hebt Gnade Gottes Gebote auf?

Auch wenn am Kreuz neue Tatsachen geschaffen wurden und eigentlich deutlich geworden ist, dass Gott im Recht ist, sind noch nicht alle Einwände gegen Gottes Liebe und Gerechtigkeit verstummt. So wird seitdem häufig behauptet, dass Gottes Gnade seine Gerechtigkeit aufgehoben hätte. Gottes Zehn Gebote seien nicht mehr bindend, sondern am Kreuz ungültig worden. Niemand bräuchte ihnen mehr gehorchen, weil ja alles bereits vergeben sei.

Dieser Einwand ist aber nicht gut durchdacht. Der Tod am Kreuz beweist nämlich, wie ernst die Übertretung des göttlichen Gesetzes ist und bleibt. Wenn Gott sein Gesetz einfach aufgehoben hätte, hätte Jesus nicht die Folgen der Sünde am Kreuz erleiden müssen.

War Jesu Opfer wirklich nötig?

Sogar die Notwendigkeit des Opfers Jesu wird heute von den meisten Menschen infrage gestellt. Schließlich könne man auch ohne Christentum ein guter Mensch sein. Warum sollte das nicht genügen, um erlöst zu werden? Ist die Menschheit wirklich sündig und abgefallen oder nicht doch im Grund ihres Seins zum Guten fähig? Wovon sollen wir Menschen also eigentlich erlöst werden?

Gott lässt die Menschheitsgeschichte weiterlaufen, um noch deutlicher zu zeigen, wohin Satans Ideen letztlich führen. Die Menschheit wird an einen Punkt kommen, wo ihr Überleben infrage steht. Erst dann, wenn es keine Hoffnung und keine Auswege aus dem menschlichen Dilemma mehr gibt, wenn jedem klar ist, dass alle Lösungsversuche der Politiker, Wissenschaftler, Theologen und Philosophen gescheitert sind, erst dann wird Gott den Schlussstrich ziehen und Satan endgültig zur Rechenschaft ziehen.

Die 1000 Jahre

Auch dabei zeigt Gott noch Geduld, denn der Widersacher darf 1000 Jahre lang auf der durch ihn verwüsteten Erde über seine Ideen und ihre Folgen nachdenken. Doch er wird nichts daraus lernen, weil er die Völker anschließend noch einmal gegen Gott aufwiegelt, anstatt seine Schuld öffentlich einzugestehen (Offenbarung 20,7-10). Deshalb wird bei seiner Vernichtung niemand mehr Widerspruch einlegen und Gottes Gerechtigkeit und Liebe infrage stellen.

Fazit

Diese Welt ist Schauplatz einer großen Auseinandersetzung zwischen Gott und Satan. Anstatt seinen Gegner sofort zu vernichten, möchte Gott, dass alle seine Geschöpfe verstehen, warum Satans Anklagen haltlos sind. Diese Demonstration dauert bis heute an, doch wird Gott sie eines Tages beenden und Satan und alle Gottlosen endgültig vernichten.


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Alternative Formulierungen der Frage

  • Warum lässt Gott das Böse immer noch gewähren?
  • Warum lässt Gott das Böse zu?
  • Warum hat Gott den Teufel nicht schon vernichtet?
  • Warum kam nach der Kreuzigung nicht gleich das Ende der Welt?
  • Ist Gott wirklich gerecht?
  • Warum ist Jesus noch nicht wiedergekommen?
  • Wie kann Gott Liebe und Gerechtigkeit miteinander vereinbaren?
  • Wie kann Gott gerecht und liebend zugleich sein?
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