Warum feiern Christen Weihnachten?

Lukas 2,10-12 · Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.

Weihnachtsfeiertage heute

Am Weihnachtsfest gedenken viele Christen traditionell der Geburt Jesu in Bethlehem. Der eigentliche Weihnachtsfeiertag ist am 25. Dezember, doch werden bereits am 24. Dezember am „Heiligen Abend“ Geschenke ausgetauscht und auch der 26. Dezember wird als „zweiter Weihnachtsfeiertag“ begangen (von Katholiken auch als „Stephanstag“ bezeichnet). In den deutschsprachigen Ländern sind der 25. und 26. Dezember gesetzliche Feiertage. Die Wochen vor Weihnachten werden vom Vorabend des ersten Adventssonntags an als „Advent“ bezeichnet. (Das lateinische „adventus“ bedeutet „Ankunft“ und bezieht sich auf die erwartete Ankunft Jesu, die zu Weihnachten gefeiert wird).

Wann ist Jesus wirklich geboren?

uNWAHRSCHEINLICH

Jesus ist vermutlich eher im Frühling oder Herbst geborgen als am 25. Dezember.

Dass Jesus tatsächlich am 25. Dezember geboren wurde, ist höchst unwahrscheinlich. Sein genauer Geburtstermin ist unbekannt und wird in der Bibel nicht erwähnt. Es ist auch nicht erkennbar, dass seine Jünger damals den Termin seiner Geburt gewusst oder gefeiert hätten. Dass die biblischen Berichte über seine Geburt mit Hirten auf dem Felde verbunden sind, spricht eher für ein Datum im Frühling oder Herbst.

Wie kam es zum Termin 25. Dezember?

Es gibt Belege dafür, dass der 25. Dezember seit dem Jahr 336 in Rom als kirchlicher Feiertag gefeiert wurde (Susan K. Roll: Weihnachten / Weihnachtsfest / Weihnachtspredigt I Geschichte, Theologie und Liturgie. In: Theologische Realenzyklopädie (TRE). Band 35, de Gruyter, Berlin/New York 2003, S. 453–468). Wie es zu diesem Datum und der Tradition gekommen ist, ist Gegenstand der Diskussion und Spekulation.

Berechnungshypothese

Die sogenannte „Berechnungshypothese“ stützt sich darauf, dass einige Christen im 3. Jahrhundert versucht haben, vom Datum der Kreuzigung Jesu Rückschlüsse auf den Termin seiner Geburt abzuleiten. Das Datum der Kreuzigung am Passahfest wurde für den 14. Nisan (entspricht im römischen Kalender dem 25. März) festgelegt, der Frühlings-Tagundnachtgleiche. Wenn man annimmt, dass Jesus zur gleichen Zeit im Jahr gezeugt wurde, an der er später gekreuzigt wurde, ergibt sich ein Geburtstermin Ende Dezember.

Religionswissenschaftliche Hypothese

Die „religionsgeschichtliche Hypothese“ geht davon aus, dass die Feier der Geburt Christi eine Reaktion darauf war, dass Kaiser Aurelian 274 den Geburtstag des römischen Reichsgottes „Sol Invictus“ auf die Wintersonnenwende am 25. Dezember gelegt habe. Die Weihnachtsfeier kommt nämlich zu einer Zeit auf, in der der Sonnenkult seinen Höhepunkt erreichte. So hatte z. B. Kaiser Konstantin per Erlass den „verehrungswürdigen Tag der Sonne“ zum Ruhetag erklärt, den heutigen Sonntag (Thomas Bergholz: Sonntag. In: Theologische Realenzyklopädie (TRE). Band 31, de Gruyter, Berlin/New York 2000, S. 449–472).

Historische Deutung

Ob es so einen Sonnen-Feiertag wirklich gegeben hat bzw. wie bedeutend dieser war, ist unter Historikern umstritten und die Quellenlage ist dürftig und uneindeutig. (Eine Diskussion darüber findet sich z. B. in: Hans Förster: Die Anfänge von Weihnachten und Epiphanias. Eine Anfrage an die Entstehungshypothesen (= Studien und Texte zu Antike und Christentum; 46). Mohr Siebeck, Tübingen 2007, S. 285ff., siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Weihnachten#Geschichte_des_Festdatums).

Nicht nur die Ansichten, sondern auch die Interpretationen dessen, was damals passiert ist, gehen auseinander. Während manche behaupten, es habe damals Synkretismus stattgefunden, also die Vermischung verschiedener Religionen, gehen andere davon aus, Christen wollten bewusst einen Gegenakzent zu einem heidnischen Termin setzen, um sich vom Sonnenkult abzuwenden.

Vorbehalte gegen Weihnachten

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Manche Christen haben Vorbehalte gegen Weihnachten. Weihnachten ist zu einem Konsumereignis geworden, der christliche Glaube ist in den Hintergrund getreten.

An diesen Spekulationen zum Ursprung des Weihnachtsfestes liegt es, dass manche Christen Vorbehalte gegen das Feiern von Weihnachten hegen, da sie vermuten, dass hier ein heidnisches Fest in christlichem Gewand gefeiert wird. Dazu kommt noch, dass sich in der Bibel kein Hinweis auf eine Feier der Geburt Jesu findet.

Anlass zur Kritik bieten auch unchristliche Elemente wie der Weihnachtsmann oder die übertriebene Kommerzialisierung des Festes. Weihnachten ist zu einem Konsumereignis geworden, der christliche Glaube ist dabei in der öffentlichen Wahrnehmung in den Hintergrund getreten.

Darf man als Christ Weihnachten feiern?

An die Geburt und Menschwerdung Jesu zu gedenken, ist immer angebracht. Das kann an jedem Tag des Jahres geschehen – auch am 25. Dezember. Es ist zwar wahr, dass die Feier der Geburt Jesu nicht biblisch angeordnet wird und auch damals nicht durchgeführt wurde. Auf der anderen Seite finden sich biblische Beispiele dafür, dass Menschen bestimmte Gedenktraditionen beginnen, z. B. das Purimfest (Esther 9,18-32), das an die Befreiung der Juden von einem Pogrom berichtet. Dies scheint nicht grundsätzlich verwerflich zu sein.

Christen, die das Weihnachtsfest begehen, zu unterstellen, sie seien dadurch heidnische Sonnenanbeter, erscheint äußerst ungerecht. In einer jahrtausendealten Geschichte ist es unvermeidlich, dass gewisse Daten und Symbole mehrfache Verwendung erleben. Einen Tag zu feiern, bedeutet nicht, dass man sich dadurch alle diese Inhalte aneignet.

Weihnachten beinhaltet viele Elemente, die bibelgläubige Christen bejahen können – das Gedenken an Jesu Geburt, das liebevolle Schenken und die Zeit mit der Familie und Freunden. Außerdem eignet sich das Weihnachtsfest dafür, Menschen in einer säkular geprägten Welt auf den christlichen Glauben anzusprechen, da sie zu dieser Zeit dafür empfänglich sind.

Fazit

Das Weihnachtsfest ist eine nachbiblische Tradition, wird also in der Bibel nicht angeordnet. Dennoch können auch bibelgläubige Christen dieses Fest feiern und sich selbst und andere bewusst an Geburt und Menschwerdung Jesu erinnern.

Zum Nachdenken

  • Wie kann ich Weihnachtszeit so verbringen, dass ich bewusster die Menschwerdung Jesu feiere?
  • Welche Elemente von Weihnachten helfen mir dabei?
  • Welche sind eher hinderlich?


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Alternative Formulierungen der Frage

  • Was feiern Christen an Weihnachten?
  • Was steht in der Bibel über Weihnachten?
  • Wo findet sich Weihnachten in der Bibel?
  • Ist Weihnachten ein heidnisches Fest?
  • Darf man als Christ Weihnachten feiern?
  • Ist Weihnachten ein Fest der Sonnenanbetung?
  • Ist Jesus wirklich am 24. Dezember geboren?
  • Ist Jesus wirklich am 25. Dezember geboren?
  • Wie kann Weihnachten wieder christlich werden?
  • Was ist christlich an Weihnachten?
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