Stehen Christen unter dem Gesetz oder unter der Gnade?

Errettet durch Gnade

In seinem Brief an die Römer beschäftigt sich Paulus mit den Grundlagen des Evangeliums. Er zeigt, dass jeder Mensch durch die Gnade Gottes von Sünde und Tod errettet wird, wenn er Jesus vertraut. Leistungen und Gutsein befreien uns dagegen nicht von unserer Schuld.

Ein fatales Missverständnis

Ab Kapitel 6 geht es ihm um die praktischen Auswirkungen der Gnade Gottes im Alltag des Christen. Hier wird Paulus manchmal falsch verstanden. Kaum hat er gesagt: „Wir sind nicht mehr unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade“ (Römer 6,14), fragen manche sich: „Wie nun? Sollen wir sündigen, wenn wir nicht mehr unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade sind?“ (Vers 15)

Gerne gehorsam

Paulus greift deshalb ihre Argumente auf und antwortet: „Auf keinen Fall! Es geht hier nicht um die Gültigkeit von Gottes Geboten, sondern um die Versklavung und Befreiung des Menschen. Ihr habt nur zwei Möglichkeiten. Entweder seid ihr Knechte der Sünde – dann müsst ihr sterben. Oder ihr seid Knechte der Gerechtigkeit – dann werdet ihr leben! Wenn ihr Christus zu eurem Herrn gemacht habt, seid ihr frei von dem Zwang der Sünde und ihren Folgen.“ Und er fährt in Vers 17 fort: „Ihr seid nun von Herzen gehorsam geworden!“

Freiheit

Wer von der Herrschaft der Sünde befreit wurde, gehorcht Gott von Herzen.

Wer durch Christus von der Herrschaft der Sünde befreit wurde, gehorcht also Gott von Herzen. Sein Wille ist für ihn kein Zwang mehr. Es macht ihm vielmehr Freude, Gott zu folgen!

Nicht unter Gesetz, sondern unter Gnade?

Was bedeutet dann aber die Aussage: „Wir sind nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade?“

Ursprünglich lebte der Mensch im Paradies in Harmonie mit Gott. Doch dann sagte er sich von ihm los. Seitdem steht er unter dem Gesetz, das ihn anklagt: „Du bist ungehorsam gewesen. Deshalb wirst du von der Sünde beherrscht und bist dem Tod verfallen.“

Anklage

Das Gesetz klagt uns an, wenn wir es übertreten, doch Gottes Gnade spricht uns frei.

Aber nun kommt das Entscheidende: Gott liebt uns. Er ist uns gnädig und überlässt uns nicht dem Bösen und dem Tod. Deshalb kam Jesus zu uns. Er nahm unsere Schuld auf sich, stellte sich damit unter die Anklage des Gesetzes und starb den Tod, den wir verdient haben. Deshalb spricht uns Gott von aller Schuld frei! Sie ist weg, vergeben und vergessen. Wir stehen also nicht mehr unter der Anklage des Gesetzes, sondern unter der Gnade Gottes. Doch dabei bleibt es nicht. Gott schenkt uns durch den Heiligen Geist auch die Kraft, seinem Willen zu gehorchen. Und aus Liebe zu ihm wollen wir dies auch tun.

Fazit

Wer Gott ungehorsam ist, steht unter dem Gesetz, denn es klagt ihn an. Aber weil Gott uns liebt, begnadigt er uns und spricht uns frei. Deshalb wollen wir ihm aus Liebe und Dankbarkeit folgen.


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Alternative Formulierungen der Frage

  • Gilt das Gesetz Gottes für Christen noch?
  • Ist das Gesetz für Christen abgeschafft?
  • Sind Christen nicht frei vom Gesetz?
  • Wodurch werden wir errettet?
  • Müssen Christen sich ihre Erlösung verdienen?
  • Welche Rolle spielt Gehorsam im Leben eines Christen?
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