Kann jeder Christ die Gabe bekommen, in anderen Sprachen zu beten?

Der Geist teilt Gaben aus, wie er will und so, wie es gerade gebraucht wird. Deshalb hat nicht jeder die Sprachengabe oder kann sie erlernen.

Was ist Zungenrede?

Unter manchen Christen wird die sogenannte Zungenrede praktiziert (Glossolalie). Es handelt sich um ein Reden oder Beten in unverständlichen Lauten, die als Fremdsprache oder Himmelssprache gedeutet werden. Diejenigen, die Zungenrede betreiben, gehen davon aus, dass es sich dabei um die Geistesgabe der Sprachenrede handle, von der in der Bibel beim Pfingstfest und in Paulusbriefen die Rede ist und dass jeder geisterfüllte Christ sie erlernen könne. Die Zungenrede wird auch als eine ganzheitliche Form des Gebets verstanden, die das Unterbewusstsein einschließt.

Das Pfingstwunder

Sprachengabe

Zu Pfingsten erhielten die Jünger Jesu die Fähigkeit, in Sprachen zu predigen, die sie nicht gelernt hatten. Dadurch sollte die gute Nachricht von Jesus weit verbreitet werden.

Die biblische Zungenrede (griech. glossa: Zunge, Sprache) wird zuerst beim Pfingstwunder erwähnt. Dort erhielten die Jünger Jesu plötzlich die übernatürliche Fähigkeit, in Sprachen zu predigen, die sie nicht gelernt hatten (Apostelgeschichte 2,1-11). Da es um echte Sprachen geht, wird dieses Phänomen auch als Sprachenrede bezeichnet. Diese Gabe hatte einen klar erkennbaren Zweck: Die vielen Ausländer, die zuhörten, sollten jeweils in ihren Muttersprachen erreicht werden und das Evangelium hören.

Die Geistesgabe der Zungenrede

Paulus beschreibt verschiedene übernatürliche Befähigungen, die Gott der Gemeinde gibt, damit sie ihren Auftrag ausfüllen kann. Unter diesen Gaben ist die Zungenrede auch vertreten. Aus den verschiedenen Listen der Gaben geht nicht hervor, dass diese Gabe eine besondere Stellung vor allen anderen Gaben hat. Paulus sagt auch, dass nicht jeder Christ diese Gabe hat (1. Korinther 12,7-11.28-30). Der Heilige Geist teilt die Gaben aus, wie er will. Man kann diese Gabe also nicht einfach erlernen.

Gaben können missbraucht werden

Aus dem 1. Korintherbrief wissen wir, dass die Sprachengabe missbraucht wurde, weil einige sich damit profilieren wollten. Paulus verlangte nun, dass die Rede entweder übersetzt wurde oder dass man darauf verzichtete (1. Korinther 14,5.10-13). Die Geistesgaben sind laut Paulus für den Aufbau der Gemeinde gedacht (1. Korinther 12,7; 14,26). Das ist nur durch verständliche Worte möglich.

Keine unverständlichen Laute

Es geht in der Bibel nicht um ein ekstatisches Reden in unverständlichen Lauten, sondern um das Sprechen einer echten Fremdsprache, die von einem Gegenüber auch verstanden wird oder übersetzt werden kann. Die übernatürliche Befähigung dazu sollte helfen, das Evangelium schneller zu verbreiten. Die Zungenrede, die heute in vielen christlichen Kreisen praktiziert wird, entspricht nicht der Sprachenrede der Bibel. Ekstatische Phänomene mit unverständlichen Lautäußerungen sind vielmehr aus anderen Religionen bekannt.

Die Sprachengabe in der Mission heute und damals

Auch heute

Die Sprachengabe existiert auch heute noch. Missionare berichten davon.

Es gibt moderne Berichte darüber, dass die Sprachengabe auch heute noch existiert. Missionare haben erlebt, dass unbekannte Volksstämme sie plötzlich verstanden oder dass sie ihrerseits Menschen verstehen konnten, deren Sprache sie nicht gelernt hatten.

Die ersten Christen sollten der ganzen Welt von Jesus erzählen. Damals war es jedoch nicht so einfach wie heute, eine Fremdsprache zu erlernen. Deshalb hat Gott seiner Gemeinde die Gabe geschenkt, in anderen Sprachen sprechen zu können. Tatsächlich entstanden schon bald nicht nur im römischen Reich christliche Gemeinden, sondern auch in Irland, Schottland, am Schwarzen Meer, in Indien, Afrika und auch in Ostasien.

Fazit

Bei der Sprachengabe geht es um die Verbreitung des Evangeliums in anderen Sprachen, nicht um ein unverständliches Reden oder Beten. Nicht jeder bekommt diese Gabe, sondern sie wird dort gegeben, wo sie konkret gebraucht wird, um Menschen zu erreichen. Da es sich um eine übernatürliche Gabe von Gott handelt, kann diese Fähigkeit nicht einfach erlernt werden.

Zum Nachdenken

  • Welche Gaben und Talente habe ich von Gott bekommen? Wie setze ich sie in der Gemeinschaft der Gläubigen ein?
  • Wie kann ich zur Verbreitung des Evangeliums beitragen? Wo könnte ich meinen Glauben noch mehr bezeugen?
  • Welche Gaben wären heute am nötigsten für die christliche Gemeinde?


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Alternative Formulierungen der Frage

  • Kann jeder Christ in Zungen reden?
  • Ist die Zungenrede ein Zeichen für den Empfang des Heiligen Geistes?
  • Was ist Zungenrede?
  • Bekommt jeder Christ die Gabe der Zungenrede?
  • Kann man Zungenrede lernen?
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