Unbefleckte Empfängnis: 5 Irrtümer biblisch (auf)geklärt

Lukas 1,46 · Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn.

Bei Mariä Empfängnis geht es um die Zeugung Marias, die angeblich ihr Leben lang sündlos blieb. Die Bibel schildert aber nur Jesus allein als sündlos.

5 weit verbreitete Irrtümer gehen mit diesem Fest einher:

1. Um wen es eigentlich geht

Am 8. Dezember feiern Katholiken Mariä Empfängnis oder das „Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria”. Anders, als man beim Namen „Mariä Empfängnis” denken könnte, geht es hier nicht um die Empfängnis und Geburt Jesu, sondern um die Zeugung Marias durch ihre Eltern, die der Tradition nach Anna und Joachim geheißen haben sollen.

Dogma

1854 verkündete die katholische Kirche das Dogma der „unbefleckten Empfängnis Mariens”.

Das Dogma der Immaculata

1854 verkündete die katholische Kirche das Dogma der „unbefleckten Empfängnis Mariens”. Diese Lehre besagt, dass Gott Maria lebenslang vor Sünde bewahrt habe, damit sie Mutter Gottes werden konnte. Die lateinische Bezeichnung „Immaculata“ („die Unbefleckte“) gehört zu den Marientiteln der katholischen Kirche.

Bibel oder nur Legende?

In der Bibel findet sich weder etwas zu Marias Geburt noch zu ihren Eltern. Es handelt sich hier nur um Legenden und Traditionen, die im Laufe der Kirchengeschichte entstanden sind. Wenn man die Bibel liest, stellt man fest, dass dort Jesus im Zentrum steht, nicht Maria. Erlösung und Rettung gehen allein von Jesus aus (Apostelgeschichte 4,12).

2. Es gibt keine Erbsünde

Erbsündenlehre

Das Fest „Maria Empfängnis” hängt eng mit der katholische Erbsündenlehre zusammen.

Das Fest „Mariä Empfängnis” hängt eng mit der katholischen Erbsündenlehre zusammen, die vor allem auf den Kirchenvater Augustinus zurückgeht. Im katholischen Verständnis wird jeder Mensch mit Sünde belastet geboren und ist so bereits schuldig, bevor er irgendeine moralisch schlechte Tat begehen kann. Die Übertragung der Erbsünde findet angeblich durch den Akt der Fortpflanzung statt.

Rettung durch Sakramente

Das Sakrament der Taufe soll dazu dienen, Menschen von der Erbsünde zu befreien. Auf dieses Verständnis geht die Praxis der Säuglingstaufe zurück. Man wollte sicherstellen, dass kleine Kinder nicht in die Hölle kommen, sondern gerettet werden.

Neigung ja, Schuld nein

Die Erbsündenlehre ist biblisch nicht begründbar. Der Mensch wird zwar mit einer Neigung zur Sünde geboren, aber er hat nicht die Schuld von Adam und Eva geerbt, für die er bestraft wird. Es geht bei dieser Neigung zur Sünde eher darum, dass sich durch den Sündenfall die Natur des Menschen verändert hat und er seitdem weniger moralische Standhaftigkeit besitzt. Ansonsten ist jeder Mensch nur für seine eigene Sünde verantwortlich.

Ungetaufte Kinder gehen nicht verloren

Kleine Kinder müssen nicht getauft werden, um von der Erbsünde befreit zu werden, sondern sie werden von Gott auch ohne eine Taufe gnädig angenommen (Markus 10,14). Bei der Zurechnung von Schuld berücksichtigt Gott auch Unwissenheit und Unmündigkeit (Apostelgeschichte 17,30.31). Der Mensch wird nur für das verantwortlich gemacht, was er auch verantworten kann (Hesekiel 18,19.20).

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3. Maria wurde normal geboren

Wenn man an der katholischen Erbsünde festhält, ergibt sich ein Problem beim Gedanken, dass Maria als „normaler Mensch” Jesus als Gott gebären soll. Sie hätte dann nämlich die Erbsünde von ihren Eltern empfangen und an Jesus weitergegeben.

Auch eine Himmelfahrt und Krönung Mariens zur Himmelskönigin, wie sie von Katholiken angenommen wird, wäre schlecht denkbar, wenn Maria eine Sünderin gewesen wäre. Dieser Konflikt wird dadurch gelöst, dass man annimmt, Gott habe Maria auf wundersame Weise schon von ihrer Empfängnis an von der Erbsünde befreit.

Sünde nicht sexuell übertragbar

Es gibt keinerlei Hinweis darauf, dass Marias Geburt anders gewesen wäre als die jedes anderen Menschen. Vor allem ist es auch gar nicht notwendig, so etwas zu glauben. Gott kann für seine Pläne normalgeborene, sündhafte Menschen gebrauchen, wenn sie sich ihm zur Verfügung stellen. Dafür lassen sich unzählige Beispiele in der Bibel finden.

Da die Schuld nicht durch Sexualität und Geburt auf Kinder „übertragen“ wird, ist Jesus nie in Gefahr gewesen, von ihr „angesteckt“ zu werden. Er ist ohne Sünde geboren und hat ohne Sünde gelebt.

4. Maria lebte nicht ohne Sünde

Aus biblischer Sicht ist die Sündlosigkeit Mariens nicht zu rechtfertigen. Die Bibel stellt es so dar, dass jeder Mensch mit einer Neigung zur Sünde auf die Welt kommt (Psalm 51,7), die früher oder später dazu führt, dass sündige Taten verübt werden (Prediger 7,20; Jeremia 13,23).

Da auch böse Gedanken oder das Unterlassen des Guten als Sünde bezeichnet werden (Matthäus 5,27.28; Jakobus 4,17), kann sich kein Mensch davon freisprechen, Sünder zu sein. Der Römerbrief stellt deshalb klar heraus, dass alle Menschen – außer Jesus natürlich – Sünder sind, die der Erlösung bedürfen (Römer 3,22-24; 5,12).

Maria braucht Erlösung

Maria selbst war sich ihrer Unvollkommenheit bewusst. Sie spricht in ihrem Lobgesang von ihrem „Heiland“, also ihrem Erlöser.

Maria betrachtete sich nicht als sündlos

Die großen Glaubensmänner und -Frauen der Bibel werden auch als fehlbar dargestellt (Noah, Abraham und Sara, Mose, David u. v. m.). Maria selbst war sich ihrer Unvollkommenheit bewusst. Sie spricht in ihrem Lobgesang als von Gott als ihrem „Heiland“ (Lukas 1,46), also ihrem Erlöser.

Nur von Jesus wird gesagt, dass er nie gesündigt hätte (Hebräer 4,15) Es gibt keinen Grund dafür, Maria auf die gleiche Stufe zu heben, denn Jesus war menschgewordener Gott, sie hingegen nur ein Mensch.

5. Maria ist noch nicht in den Himmel aufgefahren

Mit der Lehre der „unbefleckten Empfängnis“ verbunden ist auch das, was seit 1950 im Dogma der „leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel“ vertreten wird, dass Maria am Ende ihres Lebens keine Läuterung im Fegefeuer mehr empfangen müsse, da sie weder von Erbsünde betroffen gewesen wäre noch jemals gesündigt habe. Sie sei angeblich in den Himmel aufgefahren, wo sie als Himmelskönigin regiere.

Was über Marias Leben bekannt ist

In der Bibel wird Maria als eine vorbildliche junge Frau dargestellt, die sich Gott ganz zur Verfügung stellte (Lukas 1,38). Sie brachte Jesus zur Welt, obwohl sie noch Jungfrau war, denn er war als Sohn Gottes vom Heiligen Geist gezeugt. Von ihrem späteren Leben gibt es fast keine Erwähnungen mehr, aber wir erfahren in der Apostelgeschichte, dass sie Teil der urchristlichen Gemeinde war (Apostelgeschichte 1,14).

Keine Himmelfahrt berichtet

Wenn es eine Himmelfahrt und Krönung Marias gegeben hätte, müsste Maria im Buch Offenbarung mit Gott Vater und Sohn auf dem Thron zu finden sein. Davon ist aber nirgends die Rede. (Die „Frau“, die in Kapitel 12 dargestellt wird, ist ein Symbol für Israel bzw. die christliche Gemeinde).

Daraus erkennen wir, dass Maria weder lebenslang sündlos noch nach dem Tod Jesu mit einer besonderen Himmelfahrt belohnt wurde. Maria wird erst zum Zeitpunkt der Wiederkunft Jesu mit allen anderen Gläubigen gemeinsam in den Himmel fahren, wie Paulus das in 1. Thessalonicher 4,16.17 beschreibt.

Fazit

Maria lebte ein bemerkenswertes Leben. Sie wurde aber als normaler Mensch auf normalem Wege von normalen Eltern geboren. Sie wird als vorbildliche Gläubige geschildert – und das mag auch auf ihre Eltern zugetroffen haben –, aber nicht als gottgleich oder sündlos. Sie erfüllte den ihr von Gott gegebenen Auftrag und war ein wertvolles Mitglied der urchristlichen Gemeinde.

Zum Nachdenken

  • Inwiefern ist es eine Ermutigung, dass Gott ganz normale Menschen wie dich und mich zu einer großen Aufgabe berufen kann?
  • Warum tut man Maria unrecht, wenn man sie als sündlos darstellt?
  • Woher kommen viele volkstümliche Vorstellungen über Maria, wenn sie nicht aus der Bibel stammen?


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Alternative Formulierungen der Frage

  • War Maria sündlos?
  • Wer waren die Eltern von Maria?
  • Warum feiert man Mariä Empfängnis?
  • Was bedeutet Mariä Empfängnis?
  • Was bedeutet die unbefleckte Empfängnis?
  • Wofür steht Immaculata?
  • War Maria Jungfrau bei der Geburt Jesu?
  • Von wem wurde Maria schwanger?
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